Aus Winddaten werden Gestaltungsentscheidungen: Welche Richtungen dominieren im Sommer, wann treten Böen auf, und wie beeinflussen Nachbarbauten den Druck an der Fassade? Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, platziert Öffnungen dort, wo verlässliche Zuluft entsteht. Kleine Rücksprünge, abgerundete Kanten und durchlässige Erdgeschosszonen lenken Strömungen sanft, reduzieren Turbulenzen und schaffen stabile, angenehme Luftbewegungen in den Wohnungen.
Die Sonne heizt, blendet, belebt und steuert die Stimmung. Eine gute Ausrichtung nutzt tiefes Winterlicht und schützt im Sommer vor Überhitzung. Horizontale und vertikale Verschattung, Balkonplatten, Pflanzen und fein justierte Lamellen sichern Lichtqualität ohne Glare. Richtige Orientierung reduziert den Kühlbedarf, ermöglicht Nachtauskühlung und lässt Bewohner:innen tagsüber Fenster offenhalten. So entsteht Balance zwischen Helligkeit, Aussicht und thermischem Wohlbefinden – ohne energieintensive Klimatisierung.
Hochhäuser erzeugen wirbelnde Winde an Kanten und Sockeln. Kleine Eingriffe im Stadtraum wie Windbrecher, bepflanzte Höfe, durchlässige Passagen und abgestufte Volumen beruhigen die Strömung. Setbacks auf Höhe sensibler Etagen reduzieren Druckspitzen, während durchlässige Erdgeschosszonen Frischluft anziehen. Wer Freiräume so anordnet, dass sie Luft leiten statt blockieren, verwandelt das Umfeld in eine natürliche Infrastruktur für komfortables Wohnen – leise, zugluftarm und zuverlässig.